Historie

Das Jagstzeller Wilde Heer – freie Narrengemeinschaft

Gleich dem sagenumwobenen Wilden Heer, ein Heer von Wegelagerern, das einst auch mit schauerlichem schreien, begleitet von dumpfem Getrommel, angeführt von Wodan dem Kriegsgott, durch die Wälder um Keuerstadt brauste, fällt auch das Jagstzeller Wilde Heer bei Anbruch der Dunkelheit, angeführt vom Hauptmann, gefolgt von den Trommlern und Fackelträgern mit meterhoch lodernden Feuerwagen zweimal in die Ortschaft ein.

Beim ersten Mal, zu Faschingsbeginn, ist es den Jagstzellern wohlgesonnen. Auf dem Rathausplatz wird vom Wilden Heer der bunt geschmückte Narrenbaum, auf dem die Fasnacht thront, aufgestellt.

Dem zweiten Ansturm, am Rosenmontag, kann die Jagstzeller Obrigkeit nicht standhalten. Das Wilde Heer stürmt unter Gebrüll und Getrommel mit Feuer und Rauch das Jagstzeller Rathaus, treibt die Räte und den Bürgermeister heraus, stellt Sie an den Pranger und liest Ihnen die Leviten. Erst wenn sie ihre Fehler und Missetaten eingestehen und bereuen, Besserung geloben und die gerechte Strafe demütig akzeptieren werden sie wieder frei gelassen. Nach beiden Aktionen, ist auf dem von Fackeln und Feuern stimmungsvoll schaurig beleuchteten Rathausplatz, Straßenfasching. Guggenmusikkapellen aus der Umgebung heizen den Narren kräftig ein.

Beim Schtorraschdubfa ist der Ablauf traditionell jährlich gleich, hingegen wird das Rathaus immer mit einer neuen Attraktion gestürmt.